Frühlings Erwachen. Eine Kindertragödie (1891) von Frank Wedekind ist ein aufsehenerregendes Drama über das Erwachen der Sexualität und die Konflikte Jugendlicher mit einer repressiven, verlogenen bürgerlichen Erziehung im wilhelminischen Deutschland. Im Zentrum stehen die vierzehnjährigen Freunde Melchior Gabor und Moritz Stiefel sowie die junge Wendla Bergmann, die über Sexualität, Liebe und Verantwortung im Unklaren gelassen werden, mit tragischen Folgen: Moritz begeht Suizid, Wendla stirbt an den Folgen einer illegalen Abtreibung nach der Schwangerschaft mit Melchior. Das Stück kritisiert scharf die Tabuisierung von Sexualität, den autoritären Erziehungsstil von Schule und Elternhaus und gilt als Vorläufer des Expressionismus.